Forschungsverbund Naturwissenschaft,
Abrüstung und internationale Sicherheit
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Forschungsverbund Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit

Was ist FONAS?

FONAS heißt „Forschungsverbund Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit“. FONAS ist entstanden aus der Zusammenarbeit interdisziplinärer Forschungsgruppen, die seit 1988 – meist mit der Startfinanzierung der Volkswagen-Stiftung – an den Universitäten Bochum, Bremen, Darmstadt, Hamburg und Kiel gegründet wurden. Ziel war und ist es, ein lange bestehendes Defizit an naturwissenschaftlicher Beschäftigung mit Abrüstungs- und Friedensfragen in Deutschland zu beheben. Um die Zusammenarbeit und die Außendarstellung zu intensivieren, wurde FONAS am 21. März 1996 im Physikzentrum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft als eingetragener Verein, mit Sitz in Hamburg, gegründet. Darüber hinaus wirken anderer Institutionen mit, u. a. etwa des Forschungszentrums Jülich, sowie der Friedensforschungsinstitute in Frankfurt und Hamburg, so dass hier ein wichtiges Kooperationsnetzwerk zu Fragen des Zusammenhangs von Technologie und Frieden entstanden ist.

Ziele von FONAS

Zweck des Vereins ist es, die wissenschaftliche Arbeit zu Fragen der Abrüstung, der internationalen Sicherheit und des internationalen Friedens mit mathematischen, natur- oder technikwissenschaftlichen Methoden - unter Berücksichtigung fachübergreifender Bezüge - zu fördern, und zwar in der Forschung, der Lehre und der öffentlichen Vermittlung von Erkenntnissen.

Warum FONAS?

Naturwissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse wurden - insbesondere seit dem 2. Weltkrieg in größerem Umfang - für Waffenentwicklungen und Kriegsführung benutzt. Auch nach Ende des Kalten Krieges haben sich die Forschung und Entwicklung für militärische Zwecke kaum verlangsamt. Wegen der hohen sicherheits- und friedenspolitischen Bedeutung von Naturwissenschaft und Technik sind naturwissenschaftliche Analysen für Abrüstung und Frieden nach wie vor unverzichtbar. Die Kommunikation der Ergebnisse mit Politik und Öffentlichkeit ist dabei von entscheidender Bedeutung. Solche Forschung kann in Deutschland leider keineswegs als fest etabliert gelten. FONAS möchte als Fachverband die Basis für eine bessere Perspektive und Akzeptanz für derartige Forschung in Deutschland und Europa legen.

Das beinhaltet z.B. die Abschätzung der Folgen neuer Waffentechnologien, die Analyse militärrelevanter Forschungs- und Technologienentwicklungen, den Vergleich verschiedener Abrüstungsoptionen, die Erarbeitung von Vertragsvorschlägen, die Forschung und Entwicklung für neue Verifikationsmethoden. Während diese Forschung in den USA seit Jahrzehnten eine Tradition und Funktion hat, hat sich ähnliches in Deutschland kaum etablieren können.

Methoden und Arbeitsfelder

Beiträge zu Fragen der Abrüstung, Rüstungsbeschränkung und Nichtverbreitung werden in fachübergreifenden Projekten unter Verwendung mathematischer und naturwissenschaftlicher Methoden erarbeitet. Methoden sind z. B. theoretische und computergestützte Berechnungen, Experimente im Labor und vor Ort, mathematische Modellierung und weitere Verfahren. Die Verankerung in der jeweiligen Fachdisziplin, politische Relevanz und interdisziplinäre Qualität machen dabei einen intensiven Kommunikations- und Arbeitszusammenhang erforderlich. Schwerpunkte sind u. a.

  • Früherkennung und Eindämmung technologischer Rüstungswettläufe und -modernisierungen
  • Entwicklung von Verifikationsmethoden und -konzepten
  • Analyse zivil-militärischer Ambivalenz wissenschaftlicher und technologischer Entwicklungen
  • Modellierung komplexer Systeme im Bereich internationaler Sicherheit
  • Vorschläge für Abrüstung und Rüstungsbeschränkungen
  • Konzeptentwicklung in Bezug auf die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen
  • Konversion von militärischer Hochtechnologie und die Beseitigung von Altlasten
  • Zusammenhänge von globalen Umweltveränderungen und internationaler Sicherheit

Ein kurze Selbstdarstellung von Fonas im PDF-Format